Als Producer, Songwriter und Keyboarder hat Chris Jasper mit den Isley Brothers in den 70er und 80 Jahren Funk & Soul Geschichte geschrieben. Nach 13 Jahren und 11 Gold Alben trennten sich die Original Isley Brothers und Chris Jasper formte mit zwei jüngeren Isleys (Marvin & Ernie) die Formation Isley/Jasper/Isley, die ihren größten Hit mit Caravan of Love rockten. Nach dem Ende von I/J/I 1988 startete Chris seine Solo Karriere, die ihn mit Tunes wie Superbad ebenfalls in die Top 10 der R&B Charts führte. Jetzt ist sein bereits achtes Album INVINCIBLE auf seinem eigenen Label GoldCityRecords am Start und beamt uns musikalisch in die guten alten Funk Zeiten der 80eees zurück. Textlich werden wir mit wundervollen Stücken geblesst, die jeweils einen Vers aus der Bibel als Mittelpunkt haben und uns zeigen wie spannend es ist, ganz autentisch mit Gott durchs Leben zu gehen.
Vorab eine Warnung: wer Unterhaltung sucht, ist hier so falsch wie ein Schalke Fan auf der Dortmunder Südtribüne! Mr. J. Medeiros ist ein Lyricist mit Tiefgang, der heutzutage seines gleichen sucht.
Über das Kult Underground Hip Hop Label Rawkus Records wird das Solo-Album „Of Gods and Girls“ von Mr. J. Medeiros der Crew „The Procussions“ released. Auch wenn es ein Solo-Projekt ist lassen sich die Kollegen nicht lumpen und so stehen Rez und Stro The 89th KeyMr. J. Medeiros zur Seite. Stro steuert den Beat zu „Strangers” bei und Rez stellt seine Reim- und Produktionskünste bei „Change“ unter Beweis.
Heads wie Pigeon John, Marty James, Strange Fruit Project, DJ Vajra, DJ Desto und 20syl bereichern dieses Album. Der Großteil der Produktion stammt von Mr. J. Medeiros selbst (z.B. „Keep Pace“, „Silent Earth“).
Der Vibe von „Of Gods and Girls“ ist eher laid back. Im Zusammenhang mit den hörenswerten Botschaften des Protagonisten macht das durchaus Sinn. So verzichtet der MC auf ein bombastisches Kopfnicker-Intro und kickt stattdessen ein Liebeslied mit dem französische Rapper 20syl. Wie es der Titel der Platte bereits nahe legt, nimmt das Thema „Frauen“ eine zentrale Rolle ein. Tracks wie „Constance“, „Half a dream“ (erinnert inhaltlich an „Baby Phat“ von De la Soul) und „Her Wings“ zeigen Mr. J. Medeiros Anliegen. „Constance“ sticht dabei heraus und geht mitten ins Herz. Beißend ungeschminkt wird das Thema Kinderhandel und Pornographie beschrieben: „ A 500 million dollar market where children are regarded as product and traded like stock tips and raped for the sake of our pockets.“ Mr. J. Medeiros spart nicht an ehrlichen und genauso schmerzhaften Lines. Man könnte unzählige weitere Lines zitieren….
Raptechnisch kommt der MC eher aus der komplexen Ecke. Erst beim Lesen der Lyrics wird klar wie verschachtelt er dabei häufig vorgeht. Einerseits sind die Strukturen für alle Reimefans ein Genuss. Andererseits geht dieser Flash oft auf Kosten des Flows und der Verständlichkeit. Insgesamt ist „Of Gods and Girls“ ein entspanntes Album, das streckenweise bei dem aufmerksamen Hörer unbequeme Fragen aufwirft. Also, ein tiefgründiges Werk, das weniger Unterhaltung als Denkanstoß ist.
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