Falling Tsar – The Falling Tsar Project

 

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Falling Tsar

The Falling Tsar Project

2007 Illect Recordings

Die Welt ist nicht okay und die meisten wissen das wohl. Es gibt Not und Verzweiflung in allen Ecken unserer Erde. Wir können das Leid vor unserer Haustür ignorieren, uns schlecht fühlen, Abstand nehmen oder uns darüber aufregen. Uns steht es allerdings ebenso offen einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass die Dinge sich verändern.

Als Sev Statik, JustMe, Wonder Brown und Theory Hazit sich 2006 zusammen taten, um an einem Album zu arbeiten, ahnten sie nicht, was aus ihrem Projekt werden sollte. Kurz zuvor war ihr guter Freund Eric Place gestorben. Er war an Fibromyalgie erkrankt, litt unter starken Schmerzen und hatte seinen Job verloren. Da es immer sein Traum gewesen war, einmal eine Band mit dem Namen „The Falling Tsar“ zu gründen, wurde das Studioprojekt in Erinnerung an den Freund „The Falling Tsar Project“ genannt. Während der Arbeiten an dem Album wurde ein weiterer Schicksalsschlag für Erics hinterbliebene Frau und seinen Sohn bekannt. Seine Frau verlor ihren Job, während bei Erics Sohn Knochkrebs diagnostiziert wurde. Sev Statik, JustMe, Wonder Brown und Theory Hazit entschieden kurzerhand, sämtliche Erlöse des Falling Tsar Projects Erics hinterbliebener Familie zu spenden.

„Falling Tsar“ wurde bis auf zwei Tracks komplett von Theory Hazit produziert. Die anderen Beats sind Beiträge von Mattman („Brotherly Love“) und JustMe („Fools Gold“). Das Album rollt mit jazzigen Sounds durch die Speaker und lädt zum Mitnicken ein. „Falling Tsar“ bringt frischen Wind in den Hip Hop Zirkus.Als wäre der Zusammenschluss vierer Top MCs nicht genug, geben sich drei weitere Jungs mit Profil hier die Ehre. Gemeint sind Mouf Warren („Argue Believe“), Lefty Grove („Fools Gold“) und Cas Metah („Table of Contents“). Das große Plus des Falling Tsar Project ist die enorme Kreativität und Vielfalt der Mitwirkenden. Wenn vier erfahrene MCs ihre Kräfte vereinen, müssen besondere Synergieeffekte beim Texten entstehen. So haben stylish verschachtelte Sätze, Metaphern und Storytelling ihren Platz neben offensiven Battlelines. Falling Tsar bringt dabei das Kunststück fertig, Kritik mit Humor zu verbinden, ohne dass es inhaltlich zu einem Bruch kommt. Die insgesamt 10 Tracks verfügen über eine ausgewogene Themenvielfalt, wie zerstörerische Beziehungen („Medusa“), Hilfe durch Gott („Cob Web“) oder die endlose Jagd auf das liebe Geld („Fools Golds“). Falling Tsar verzichtet auf arrogantes Gehabe und doch wird bereits in der ersten Zeile des Albums der selbstbewusste Anspruch deutlich: „ I’m a mountain in the middle of the valley of the shadow of death. So I strive to reach beyond myself“ („Valley with no name“).

Falling Tsar ist eine Produktion, die reimtechnisch ganz vorne mitspielt, ohne dass der Zuhörer inhaltlich Abstriche in Kauf nehmen muss. Dem qualitätsbewussten Rap Fan bietet sich mit diesem Werk die Möglichkeit, einen ausgezeichneten Kauf mit einer guten Tat zu verbinden.

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