Braille – Weapon Aid
Posted by Dane on 10 Apr 2010 | Tagged as: Reviews
Weapon Aid
2010 Talking Textures
Braille Brizzy ist zurück! Moment mal! Von zurück kann eigentlich keine Rede sein. In einem Tempo, in dem kaum ein Artist mithalten kann, hat dieser MC in der Vergangenheit Qualitätsarbeit veröffentlicht, dass es einen nur verwundern kann. Nach musikalischen Meisterleistungen wie „Shades of Grey” (2004), “Box of Rhymes”(2006), “The IV“ (2008) und „Cloud Nineteen“ (2009) und dem bereits für 2010 angekündigten „Audibly Enhanced Dreams“, liefert Braille seinen Fans ein Mini Album. Unter dem Arbeitstitel „Weapon Aid“ werden insgesamt 10 Songs veröffentlicht, die im vergangen Sommer geschrieben und recorded wurden. Der Tonträger erscheint auf Brailles neuem Label „Talking Textures“. Für die Beats waren BigJess von Unknown Prophets, Xperiment, DJ Cassidy und Kid Hum verantwortlich. Statt klangvoller Namen hat man sich bei diesem Projekt für Beiträge von Menschen aus dem engeren Umfeld entschieden. Neben Brailles Frau Nikki, kommen Ruslan und Beleaf von The Breax als Mikrophongäste zum Zuge.
Beim Anhören von „Weapon Aid“ fällt auf, dass dieser Tonträger im Vergleich zu den Vorgängern schwerer und dunkler klingt. Besonders die ersten 5 Songs haben eine gewisse Dichte und eine rauere Gangart. Der erste Song, „Get Well Soon“, spricht in bester Braille Manier davon, dass wir dringend Hilfe benötigen und die Ursachen und Lösungen vieler Probleme tatsächlich in unserer Hand liegen („Wait until the weather is warm, but will it ever change if I don’t change?“). Als nächstes folgt der Burner Song „Give Myself“, den es als Audio Leak schon seit einigen Monaten frei zum Download gibt. Es wirkt fast wie ein Konzept, dass die erste Hälfte des Albums in düsteren Tönen die Struggles des Lebens beschreibt, während die zweite Hälfte mit Songs wie „Shoeless Joe“ und „Nothing Left To Say“ positiver klingt. „Resurrect Me“, das im Gesamtbild des Albums fast wie Pop klingt, hat mich besonders beeindruckt. Braille spricht offen über zerplatzte Träume und Verletzungen und bittet Gott um Hilfe („Resurrect me! Cause I think I’m dead and if not, I’m dying“). Auf dem Hintergrund, dass es in Brailles Privatleben einige Schwierigkeiten zu meistern gilt, wirkt die entwaffnende Ehrlichkeit von „Weapon Aid“ um so stärker. Es ist selten, dass jemand, besonders wenn er sich Rampenlicht befindet, so ehrlich über Fehler, Versuchungen und ganz persönliche Kämpfe spricht. Diese Eigenschaften machen „Weapon Aid“ nicht bekömmlicher, aber um ein vielfaches sympathischer.
checkt das Interview von Braille bei: Sphere of Hip Hop
und seinen sehr persönlichen Videoblog





